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Working Capital berechnen: Nettoumlaufvermögen und Cash Conversion Cycle

Geben Sie Umsatz, Wareneinsatz, Forderungen, Vorräte und Lieferantenverbindlichkeiten ein und sehen Sie Ihr operatives Working Capital, DSO, DIO und DPO und wie lange Geld gebunden ist.

Kurze Antwort

Working Capital (Nettoumlaufvermögen) = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten. Operatives Working Capital = Forderungen + Vorräte − Lieferantenverbindlichkeiten. Ein Großhändler mit 300.000 € Forderungen, 180.000 € Vorräten und 120.000 € Verbindlichkeiten hat 360.000 € operatives Working Capital: 15 % von 2,4 Mio. € Jahresumsatz. Wächst der Umsatz, wächst dieser Bedarf mit.

Working-Capital-Rechner

Umsatz und Wareneinsatz eines Jahres aus der GuV, die Bestände aus der Bilanz zum Jahresende.

Forderungslaufzeit (DSO)
45,6 Tage
Lagerdauer (DIO)
45,6 Tage
Lieferantenziel (DPO)
30,4 Tage
Cash Conversion Cycle
60,8 Tage
Working Capital in % vom Umsatz
15,0 %
Operatives Working Capital
360.000 €

Formeln für das Working Capital

KennzahlFormelBeispiel
Working Capital (netto)Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeitensiehe Rechner Liquiditätsgrad
Operatives Working CapitalForderungen + Vorräte − Lieferantenverbindlichkeiten300.000 + 180.000 − 120.000 = 360.000
Forderungslaufzeit (DSO)Forderungen ÷ Umsatz × 365300.000 ÷ 2.400.000 × 365 = 45,6
Lagerdauer (DIO)Vorräte ÷ Wareneinsatz × 365180.000 ÷ 1.440.000 × 365 = 45,6
Lieferantenziel (DPO)Lieferantenverbindlichkeiten ÷ Wareneinsatz × 365120.000 ÷ 1.440.000 × 365 = 30,4
Cash Conversion CycleDSO + DIO − DPO45,6 + 45,6 − 30,4 = 60,8 Tage

Das Working Capital im engeren Sinn stammt direkt aus der Bilanz und sagt etwas über die Liquidität; berechnen Sie es mit dem Rechner für den Liquiditätsgrad. Das operative Working Capital lässt Bank und Kredite weg und betrachtet nur das im Geschäft gebundene Geld: was Kunden noch zahlen müssen und was im Lager liegt, abzüglich dessen, was Sie Lieferanten noch schulden.

Forderungen rechnen Sie gegen den Umsatz, Vorräte und Lieferantenverbindlichkeiten gegen den Wareneinsatz. Rechnen Sie die Umsatzsteuer aus dem Forderungsbestand heraus oder setzen Sie den Umsatz brutto an; sonst wirkt die DSO länger als sie ist.

Was der Cash Conversion Cycle zeigt

Der Cash Conversion Cycle ist die Zahl der Tage zwischen der Zahlung an den Lieferanten und dem Zahlungseingang vom Kunden. Im Beispiel sind es 60,8 Tage. So lange finanziert das Unternehmen sein Geschäft selbst, mit Eigenmitteln oder dem Kontokorrent.

UnternehmenTypischer Cash Conversion Cycle
Supermarkt, Onlineshop mit VorkasseNegativ: Kunden zahlen vor den Lieferanten
Dienstleistung30 bis 60 Tage, vor allem Forderungen
Großhandel45 bis 90 Tage
Bau und InstallationStark schwankend durch unfertige Leistungen und Abschläge

Wachstum kostet Working Capital. Wächst der Umsatz des Großhändlers bei gleichen Tagen um 20 %, steigt das operative Working Capital um 20 % von 360.000 € = 72.000 €. Dieses Geld muss da sein, bevor der zusätzliche Gewinn hereinkommt. Wie sich das in den nächsten Wochen auswirkt, zeigt eine Liquiditätsplanung.

Rechenbeispiel: ein Großhändler

Ein fiktiver Großhändler hat diese Zahlen für das vergangene Jahr und in der Schlussbilanz. Der Rechner startet mit diesen Beträgen.

PostenBetrag oder Tage
Umsatz2.400.000 €
Wareneinsatz1.440.000 €
Forderungen300.000 € (45,6 Tage)
Vorräte180.000 € (45,6 Tage)
Lieferantenverbindlichkeiten120.000 € (30,4 Tage)
Operatives Working Capital360.000 €
Cash Conversion Cycle60,8 Tage

Senkt der Großhändler die DSO von 45,6 auf 35 Tage, werden 10,6 ÷ 365 × 2.400.000 € ≈ 70.000 € frei. Damit ist fast das gesamte zusätzliche Working Capital für 20 % Wachstum finanziert.

Working Capital senken

  • Forderungen schneller einziehen. Sofort fakturieren und überfällige Posten wöchentlich nachverfolgen. Ihre DSO berechnen Sie mit dem DSO-Rechner; Tipps stehen im Artikel Debitorenmanagement verbessern.
  • Weniger Vorräte. Den Lagerumschlag je Artikel prüfen und Ladenhüter abbauen.
  • Zahlungsziele mit Lieferanten. Längere Ziele senken das Working Capital, aber zahlen Sie pünktlich: Skonto kann mehr wert sein.
  • Abschläge und Anzahlungen. Bei Projekten lässt ein Zahlungsplan den Kunden mitfinanzieren.

Working Capital aus der Buchhaltung holen

Forderungen, Vorräte und Lieferantenverbindlichkeiten stehen in der Bilanz, Umsatz und Wareneinsatz in der GuV. Nehmen Sie die Bestände zum selben Stichtag. Verbinden Sie Exact Online, Xero oder QuickBooks Online mit DigiData, und das Finanz-Dashboard zeigt DSO, überfällige Posten und Working Capital je Monat ohne Export.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Working Capital und operativem Working Capital?

Das Working Capital (Nettoumlaufvermögen) ist Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten und stammt direkt aus der Bilanz. Das operative Working Capital ist das im Geschäft gebundene Kapital: Forderungen plus Vorräte minus Lieferantenverbindlichkeiten. Banken schauen auf beides.

Ist ein negatives Working Capital schlecht?

Nicht immer. Ein Supermarkt oder ein Abo-Geschäft mit Vorauszahlung hat oft ein negatives operatives Working Capital: Die Kunden finanzieren das Unternehmen. Bei einem Unternehmen, das auf Ziel verkauft, ist ein negatives Working Capital dagegen ein Zeichen für knappe Liquidität.

Warum rechne ich Vorräte gegen den Wareneinsatz und nicht gegen den Umsatz?

Weil Vorräte zu Anschaffungskosten in der Bilanz stehen. Teilen Sie sie durch den Umsatz, wirkt das Lager schneller als es ist, denn der Umsatz enthält auch Ihre Marge.

Wie viel Working Capital brauche ich?

Drücken Sie das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz aus und vergleichen Sie es mit den Vorjahren. Bei Wachstum brauchen Sie ungefähr diesen Prozentsatz des zusätzlichen Umsatzes, solange sich DSO, DIO und DPO nicht ändern.

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