Rentabilität berechnen: Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrentabilität
Geben Sie Umsatz, Jahresüberschuss, Zinsaufwand, Eigenkapital und Bilanzsumme ein und sehen Sie sofort Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrentabilität.
Kurze Antwort
Eigenkapitalrentabilität = Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100 %. Gesamtkapitalrentabilität = (Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) ÷ Gesamtkapital × 100 %. Mit 96.000 € Jahresüberschuss, 15.000 € Zinsen, 300.000 € Eigenkapital und 800.000 € Bilanzsumme liegt die Eigenkapitalrentabilität bei 32,0 % und die Gesamtkapitalrentabilität bei 13,9 %. Die Umsatzrentabilität beträgt 96.000 ÷ 1.200.000 = 8,0 %.
Rentabilitätsrechner
Gewinn und Zinsen aus der GuV, Kapital aus der Bilanz. Am besten den Durchschnitt aus Anfangs- und Schlussbilanz verwenden.
- Umsatzrentabilität
- 8,0 %
- Fremdkapitalzins
- 3,0 %
- Gesamtkapitalrentabilität
- 13,9 %
- Eigenkapitalrentabilität
- 32,0 %
Formeln für die Rentabilität
| Kennzahl | Formel | Beispiel |
|---|---|---|
| Eigenkapitalrentabilität | Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100 % | 96.000 ÷ 300.000 = 32,0 % |
| Gesamtkapitalrentabilität | (Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) ÷ Gesamtkapital × 100 % | 111.000 ÷ 800.000 = 13,9 % |
| Umsatzrentabilität | Jahresüberschuss ÷ Umsatzerlöse × 100 % | 96.000 ÷ 1.200.000 = 8,0 % |
| Fremdkapitalzins | Zinsaufwand ÷ Fremdkapital × 100 % | 15.000 ÷ 500.000 = 3,0 % |
Bei der Gesamtkapitalrentabilität werden die Zinsen zum Gewinn addiert, weil Banken und Lieferanten einen Teil des Kapitals stellen und die Zinsen ihre Vergütung sind. So wird sie mit dem Zinssatz vergleichbar. Manche Quellen rechnen stattdessen mit dem EBIT; das ergibt einen etwas höheren Wert, weil die Steuern noch nicht abgezogen sind. Entscheiden Sie sich für eine Definition und bleiben Sie dabei.
Verwenden Sie für das Kapital möglichst den Durchschnitt aus Anfangs- und Schlussbilanz. Der Gewinn entsteht über das Jahr; das Kapital an einem Stichtag kann durch eine Investition oder Ausschüttung stark abweichen.
Leverage-Effekt: warum die Eigenkapitalrendite höher ist
Im Beispiel verdient das Unternehmen 13,9 % auf sein gesamtes Kapital und zahlt 3,0 % Zinsen auf den geliehenen Teil. Die Differenz kommt den Eigentümern zugute, daher liegt die Eigenkapitalrentabilität mit 32,0 % deutlich höher. Das ist der Leverage-Effekt.
Er wirkt auch umgekehrt. Fällt die Gesamtkapitalrentabilität unter den Zinssatz, etwa in einem schlechten Jahr, drückt jeder geliehene Euro die Eigenkapitalrentabilität weiter nach unten. Eine hohe Eigenkapitalrendite bei niedriger Eigenkapitalquote bedeutet also auch mehr Risiko.
Was ist eine gute Rentabilität?
| Kennzahl | Faustregel für KMU |
|---|---|
| Eigenkapitalrentabilität | Höher als eine sichere Anlage plus Aufschlag für das Unternehmerrisiko. Oft 10 bis 20 % oder mehr |
| Gesamtkapitalrentabilität | Höher als der Zins, den Sie für Kredite zahlen |
| Umsatzrentabilität | Stark branchenabhängig: 2 bis 5 % im Handel, 10 % oder mehr in Beratung und Software |
Vergleichen Sie vor allem mit Ihren Vorjahren und mit Unternehmen derselben Branche. 32 % Eigenkapitalrendite bei fast aufgezehrtem Eigenkapital sagen wenig. Lesen Sie Rentabilität und Eigenkapitalquote deshalb immer zusammen.
Rentabilität verbessern
- Marge erhöhen. Eine höhere Umsatzrentabilität hebt beide Kapitalrenditen. Prüfen Sie Ihre Preise mit dem Margenrechner.
- Weniger Kapital binden. Weniger Vorräte und schnellerer Forderungseinzug senken den Kapitalbedarf. Siehe den Working-Capital-Rechner.
- Ungenutztes Vermögen abbauen. Ein Gebäude oder eine Maschine mit wenig Ertrag drückt die Gesamtkapitalrentabilität.
- Finanzierung prüfen. Kredite unter der Gesamtkapitalrentabilität erhöhen die Eigenkapitalrendite, aber nur solange der Gewinn stabil ist.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Gewinn und Rentabilität?
Gewinn ist ein Betrag, Rentabilität setzt ihn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Zwei Unternehmen mit 100.000 € Gewinn sind gleich profitabel, aber das Unternehmen, das dafür 500.000 € Kapital brauchte, ist rentabler als das mit 2 Mio. €.
Rechne ich mit Gewinn vor oder nach Steuern?
Meist nach Steuern, denn das bleibt den Eigentümern. Für den Vergleich von Unternehmen mit unterschiedlicher Steuerlast rechnen Sie mit dem Gewinn vor Steuern und sagen das dazu.
Was, wenn das Eigenkapital negativ ist?
Dann ist die Eigenkapitalrentabilität aussagelos: Ein Verlust geteilt durch negatives Eigenkapital ergibt einen positiven Wert. Schauen Sie dann auf Gesamtkapitalrentabilität, Eigenkapitalquote und Liquidität.
Ist Umsatzrentabilität dasselbe wie Nettomarge?
Ja. Umsatzrentabilität, Umsatzrendite und Nettomarge bezeichnen dasselbe: Jahresüberschuss geteilt durch Umsatz. Die Bruttomarge ist etwas anderes: Sie zieht nur den Wareneinsatz ab.
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