Eigenkapitalquote berechnen: Formel, Richtwerte und Beispiel
Geben Sie Eigenkapital und Bilanzsumme ein und sehen Sie sofort Ihre Eigenkapitalquote, Ihr Fremdkapital und den Verschuldungsgrad.
Kurze Antwort
Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Gesamtkapital × 100 %. Das Gesamtkapital ist die Bilanzsumme. Bei 300.000 € Eigenkapital und einer Bilanzsumme von 800.000 € beträgt die Eigenkapitalquote 37,5 %: Gut ein Drittel des Vermögens ist mit eigenem Geld finanziert.
Rechner für die Eigenkapitalquote
Beide Beträge finden Sie in der Bilanz.
- Fremdkapital
- 500.000 €
- Verschuldungsgrad
- 1,67
- Eigenkapitalquote
- 37,5 %
Formeln rund um die Eigenkapitalquote
| Kennzahl | Formel | Beispiel |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | Eigenkapital ÷ Gesamtkapital × 100 % | 300.000 ÷ 800.000 = 37,5 % |
| Fremdkapital | Gesamtkapital − Eigenkapital | 800.000 − 300.000 = 500.000 |
| Verschuldungsgrad | Fremdkapital ÷ Eigenkapital | 500.000 ÷ 300.000 = 1,67 |
| Fremdkapitalquote | Fremdkapital ÷ Gesamtkapital × 100 % | 500.000 ÷ 800.000 = 62,5 % |
Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote ergeben zusammen immer 100 %. Der Verschuldungsgrad sagt dasselbe auf andere Weise: wie viel Euro Fremdkapital auf jeden Euro Eigenkapital kommen. Im Bankgespräch und im Rating ist die Eigenkapitalquote die gebräuchlichste der drei.
Was ist eine gute Eigenkapitalquote?
Eine gesetzliche Vorgabe gibt es nicht. Als Faustregel gelten bei Banken und Beratern Quoten ab etwa 25 bis 30 % als solide und Werte unter 20 % als schwach. Ein negatives Eigenkapital bedeutet, dass die Schulden das Vermögen übersteigen; in der Bilanz steht dann ein „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“.
Vergleichen Sie vor allem innerhalb Ihrer Branche. Ein Bauunternehmen mit viel Gerät oder ein Großhändler mit hohem Lagerbestand hat eine große Bilanzsumme und oft eine niedrigere Quote als ein Beratungsunternehmen, das kaum Vermögen besitzt. Auch der Verlauf zählt: Eine Quote, die drei Jahre in Folge sinkt, sagt mehr als eine einzelne Zahl.
Rechenbeispiel: die Bilanz eines Installationsbetriebs
Ein fiktiver Installationsbetrieb hat zum Jahresende diese Bilanz.
| Aktiva | Betrag | Passiva | Betrag |
|---|---|---|---|
| Gebäude und Fahrzeuge | 550.000 € | Eigenkapital | 300.000 € |
| Vorräte | 70.000 € | Darlehen (langfristig) | 340.000 € |
| Forderungen aus Lieferungen | 140.000 € | Lieferanten, Umsatzsteuer, Lohnsteuer (kurzfristig) | 160.000 € |
| Bankguthaben | 40.000 € | ||
| Summe | 800.000 € | Summe | 800.000 € |
Die Eigenkapitalquote beträgt 300.000 € ÷ 800.000 € = 37,5 %, der Verschuldungsgrad 1,67. Ob der Betrieb auch seine Rechnungen der nächsten Monate bezahlen kann, ist eine andere Frage. Die beantwortet die Liquiditätsplanung.
Eigenkapitalquote verbessern
- Gewinne im Unternehmen lassen. Thesaurierte Gewinne erhöhen das Eigenkapital direkt; Ausschüttungen und hohe Entnahmen bewirken das Gegenteil.
- Schulden mit überschüssiger Liquidität tilgen. Liegt mehr auf dem Konto als nötig, verkürzt eine Tilgung die Bilanz und die Quote steigt.
- Nachrangdarlehen. Banken rechnen ein Darlehen, das erst nach allen anderen Gläubigern zurückgezahlt wird, oft als wirtschaftliches Eigenkapital an, obwohl es bilanziell Fremdkapital ist.
- Bilanz verkürzen. Weniger Vorräte und ein schnellerer Forderungseinzug senken die Bilanzsumme, sofern das frei werdende Geld in die Tilgung fließt.
Die Zahlen aus der Buchhaltung
Eigenkapital und Bilanzsumme stehen in der Bilanz des Jahresabschlusses und in der Bilanzauswertung Ihrer Buchhaltung. Im SKR04 finden Sie die Eigenkapitalkonten in Kontenklasse 2, im SKR03 in Kontenklasse 0. Nehmen Sie beide Werte zum selben Stichtag und nach den Abschlussbuchungen.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Eigenkapitalquote und Liquidität?
Die Eigenkapitalquote betrifft die langfristige Stabilität: Wie viel des Vermögens gehört den Eigentümern? Die Liquidität betrifft die kurze Frist: Können Sie die Rechnungen der kommenden Monate aus Geld bezahlen, das bald hereinkommt? Ein Unternehmen kann eine gute Quote haben und trotzdem knapp bei Kasse sein, etwa wenn das Geld in einer Immobilie steckt.
Kann die Eigenkapitalquote negativ sein?
Ja. Ist das Eigenkapital nach mehreren Verlustjahren aufgebraucht, übersteigen die Schulden das Vermögen. Banken und Lieferanten sehen darin ein hohes Risiko. Ein Nachrangdarlehen des Gesellschafters oder eine Kapitalerhöhung kann das Eigenkapital wieder stärken.
Zählt ein Nachrangdarlehen zum Eigenkapital?
Bilanziell nicht: Es steht beim Fremdkapital. Viele Banken rechnen es aber als wirtschaftliches Eigenkapital an und ermitteln eine bereinigte Quote: (Eigenkapital + Nachrangdarlehen) ÷ Bilanzsumme.
Wie oft sollte ich die Eigenkapitalquote berechnen?
Mindestens mit jedem Jahresabschluss und öfter, wenn ein Kreditvertrag eine Mindestquote vorschreibt (Covenant). Mit einer monatlichen Bilanz aus der Buchhaltung sehen Sie einen Rückgang rechtzeitig und nicht erst beim Jahresabschluss.
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