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KI-Automatisierung: Welche Prozesse eignen sich für den Einstieg?

Wählen Sie sinnvolle Projekte zur KI-Automatisierung nach Wiederholung, Datenzugriff und Prüfaufwand aus. Starten Sie mit messbaren Prozessen im Unternehmen.

Auke Westra

durch Auke Westra

Gründer von DigiData

Praktischer Leitfaden. Dieser Artikel behandelt die Schritte, Überprüfungen und allgemeinen Probleme.

Kurze Antwort

Wählen Sie Vorhaben für die KI-Automatisierung dort, wo sich Aufgaben regelmäßig wiederholen, Daten verlässlich vorliegen und Fachkräfte das Ergebnis zügig prüfen können. Setzen Sie auf feste Rechenregeln bei standardisierten Abläufen; nutzen Sie KI dort, wo das Zusammenfassen und Einordnen von Informationen Zeit spart. Beginnen Sie mit einem messbaren internen Prozess wie dem Soll-Ist-Vergleich und stellen Sie den gesamten Workflow der bisherigen Arbeitsweise gegenüber. Schnell erzeugter Text ist allein noch kein Nachweis für echten geschäftlichen Mehrwert.

Trennen Sie Routine von fachlicher Beurteilung

In vielen Unternehmen verbringt ein Team jeden Montag damit, Projektzahlen zusammenzutragen und eine kurze Management-Übersicht zu verfassen. Das Zusammentragen der Rohdaten ist reine Routine. Die fachliche Erklärung wechselt von Fall zu Fall. Beide Schritte verlangen nach einer grundlegend unterschiedlichen Herangehensweise.

Eine vordefinierte Datenbankabfrage kann gebuchte Projektstunden und Budgetabweichungen nach festgelegten Regeln berechnen. Eine KI kann anschließend helfen, erste Formulierungsvorschläge für diese Zahlen zu entwerfen. Die verantwortliche Projektleitung muss dennoch prüfen, ob eine Kostenänderung auf einen erweiterten Projektumfang, verspätete Zeiterfassungen oder Planungsfehler zurückgeht. Werden all diese Schritte als ein einziger, vollautomatischer Vorgang behandelt, lässt sich später kaum feststellen, wo Fehler entstanden sind.

Prozesse identifizieren, die sich lohnen

Starten Sie mit Aufgaben, die Ihre Kollegen von Anfang bis Ende transparent beschreiben können. Geeignete Kandidaten sind das Erstellen von Managementberichten, die regelmäßige Analyse von Kostenveränderungen oder das Zusammenstellen von Listen mit Margenabweichungen im Projektcontrolling. Weisen Sie jedem Prozesskandidaten einen klaren Prozesseigentümer und ein messbares Ziel zu.

Vergleichen Sie dabei vier zentrale Faktoren:

  • Frequenz und Aufwand: Wie oft fällt die Arbeit an und wie viel Zeit beansprucht sie heute?
  • Datenverfügbarkeit: Liegen alle erforderlichen Datensätze, Identifikatoren und Definitionen vollständig vor?
  • Prüfaufwand: Kann eine verantwortliche Person das vorgeschlagene Ergebnis deutlich schneller verifizieren, als es manuell zu erstellen?
  • Fehlerauswirkungen: Welche Folgen entstehen, wenn ein unvollständiges oder fehlerhaftes Ergebnis an die nächste Stelle gelangt?

Bewerten Sie diese Kriterien anhand eigener Beobachtungen. Es gibt keinen universellen Prozentsatz für den vertretbaren Prüfaufwand. Wenn die fachliche Kontrolle genauso lange dauert wie die ursprüngliche manuelle Arbeit, muss der vorgeschlagene Workflow verbessert werden, bevor von Zeitersparnis gesprochen werden kann.

Feste Regeln nutzen, wo die Logik feststeht

Das Addieren von Rechnungsbeträgen, das Anwenden fixer Schwellenwerte und das zeitgesteuerte Ausführen wiederkehrender Abfragen erfordern kein Sprachmodell. Definieren Sie solche Operationen als feste Geschäftslogik. Die KI unterstützt Anwender anschließend dabei, sich in den Resultaten zurechtzufinden oder eine zusammenfassende Erläuterung vorzubereiten.

Die Automatisierungen und der KI-Agent von DigiData unterstützen Sie bei wiederkehrenden Analysen auf konfigurierten Datenbeständen. Dies bedeutet ausdrücklich nicht, dass DigiData Rechnungen vollautomatisch bucht, Zahlungsfreigaben erteilt oder jede beliebige Unternehmensaufgabe ohne Eingriff ausführt. Prüfen Sie den tatsächlich abgedeckten Funktionsumfang genau, bevor Sie ein System einführen.

Einen hypothetischen Reporting-Prozess testen

Angenommen, ein Operations-Team benötigt wöchentlich acht Stunden, um Abweichungsberichte für Kundenprojekte zu erstellen. Geplant ist ein Assistent, der anhand definierter Rechenregeln alle Projekte oberhalb eines Schwellenwerts auflistet und passende Rückfragen für die Projektleiter formuliert.

Bevor Einsparungen berechnet werden, testet das Team das Vorgehen an bereits abgeschlossenen Arbeitswochen. Dabei prüfen die Verantwortlichen sowohl die markierten Projekte als auch eine Stichprobe unauffälliger Projekte. Dieser Schritt ist unverzichtbar, denn eine saubere Ausnahmeliste kann unbemerkt relevante Problemfälle übergehen.

Nehmen wir an, der Testbetrieb erfordert zwei Stunden Vorbereitung und drei Stunden fachliche Prüfung. Der Workflow setzt damit wöchentlich drei Stunden frei, nicht sechs. Wenn Datenfehler in den Quellsystemen zusätzliche drei Stunden Nacharbeit verursachen, liegt die Nettoersparnis bei null. Diese hypothetischen Zahlen machen den tatsächlichen Nutzen sichtbar, ohne unerfüllbare Versprechen abzugeben.

Datenlücken vor der Skalierung schließen

Prüfen Sie im Integrationskatalog, ob alle benötigten Datenobjekte vorhanden sind. Wenn Schätzwerte oder Einstufungen außerhalb der angebundenen Systeme gepflegt werden, muss deren Aktualisierung geregelt sein. Eine kontrollierte CSV-Tabelle reicht für Pilotphasen oft aus, benötigt aber ebenfalls einen Verantwortlichen und einen klaren Pflegeprozess.

Dokumentieren Sie für jeden Prüflauf den genauen Datenstand. Synchronisierte Geschäftsdaten sind selten sekundengenau aktuell. Für eine wöchentliche Aufgabe genügt vielleicht der Datenstand des Vortags, während operative Entscheidungen mitunter frischere Quellinformationen erfordern.

Begrenzen Sie den Piloten auf die Daten, die für die konkrete Aufgabe nötig sind. Testen Sie den Datenzugriff regulärer Anwender und trennen Sie KI-generierte Erklärungsvorschläge strikt von freigegebenen Managemententscheidungen.

Das nächste Projekt anhand von Ergebnissen wählen

Erfassen Sie investierte Arbeitsstunden, nötige Korrekturen, übersehene Sonderfälle und die konkrete Nutzung der Ergebnisse durch die Fachbereiche. Wählen Sie die nächste Prozessautomatisierung erst dann aus, wenn der Nutzen belegt und der Prüfaufwand beherrschbar ist.

Für die finanzielle Bewertung hilft Ihnen der Leitfaden zum KI-ROI. Wenn Sie Reporting-Abläufe gezielt vertiefen möchten, lesen Sie weiter unter Management-Reporting automatisieren. Ein kleiner, wöchentlich genutzter Prozess bildet eine weit tragfähigere Basis als eine lange Liste unzusammenhängender Software-Demonstrationen.

Quellen

Auke Westra

Über: Auke Westra

Gründer von DigiData

Auke Westra ist Gründer von DigiData und schreibt über Datenintegrationen, OData und Power BI.

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